In Nürnberg, unter dem Schutz der mächtigen Kaiserburg, erblickte ich als „Bäiderlasbou“ am 17. Mai 1959, einem Sonntag, das Licht der Welt.

Mein Vater Maximilian, geboren im Kohlerevier Bochum, war Automobilverkäufer bei der Marke mit dem Stern und passionierter Jäger. Als kleiner Bub hatte ich schon viel Spaß an den „vier Rädern“, an der Pirsch und Spurensuche. 

Meine Mutter Elsbeth leitete die Finanzen im elterlichen Unternehmen. Mein Großvater hatte 1919 eine Handelsvertretung für die älteste Fahrradfabrik des Kontinents, den Expresswerken in Neumarkt/ Oberpfalz für Süddeutschland übernommen und meine Großmutter hatte nach dem Krieg einen Zweiradfachgroßhandel für Fahrräder, Kleinkrafträder, Kinderwagen und einer Menge an Zubehör, dazu aufgebaut. Nach dem Tod meines Großvaters wurde der Betrieb von meiner Großmutter weitergeführt.

Für meine Großmutter war meine Zukunft beschlossene Sache: als einziger männlicher Nachkomme sollte ich den Betrieb dereinst übernehmen. Da meine Eltern beide berufstätig waren, verbrachte ich also viel Zeit mit ihr und sie hat mir sehr viel Menschenkenntnis und über den Umgang mit Finanzen beigebracht. Schon als kleiner Junge half ich im großelterlichen Unternehmen aus, montierte und schleppte Fahrräder und Ersatzteile und kassierte bei den Kunden für die Ware ab. Mein Taschengeld war gesichert.

Mir gefiel der Gedanke meiner Großmutter und so beschäftigte mich mit Vorliebe mit „Zwei“ und „Vier“ Rädern. Sportlich waren Fahrradrennen natürlich für mich ein Muss und ich fuhr einige Jahre für einen Rennsportverein. Nach einigen schwereren Stürzen ließ ich das Fahren in der „größeren Gruppe“ bleiben und gehe seitdem lieber im Meer schwimmen oder in die Berge zum Wandern.

Die Schule beendete ich nach der mittleren Reife, denn ich wollte unbedingt im Unternehmen mitarbeiten. Dort absolvierte ich eine Lehre als Groß- und Außenhandelskaufmann, die ich gut bestand.

Als sich meine Großmutter aus dem Geschäftsleben zurückzog war ich noch keine 18 Jahre alt. Ein Onkel von mir übernahm die Geschäftsführung. Als ich mit Mitte Zwanzig Verantwortung übernehmen wollte und sollte, stellte ich fest, dass die Zeit für einen Großhandel abgelaufen war. Ich erkannte, dass der Handel neue Wege eingeschlagen hatte und der Großhandel als Zwischenhändler überflüssig geworden war. Ich sah meine Zukunft nicht mehr in dieser Branche. Gerade noch rechtzeitig und als letzter Großhändler für Fahrräder- und Fahrradzubehör in Bayern lösten wir den Betrieb auf.

Mitte der 1980er Jahre war ich also auf der Suche nach etwas ganz anderem und Neuem. Da mein Vater zwischenzeitlich jung verstorben war, hatte ich einen väterlichen Ratgeber, er war ein Freund der Familie und als Insolvenzverwalter in meiner Heimatstadt und darüber hinaus, sehr bekannt.

Ein paar Jahre vorher hatte ich auch meine spätere Frau (wir sind seit 1984 verheiratet) kennengelernt. Sie brachte ganz neue Impulse in mein Leben, denn sie war mitten in der Modewelt zu Hause und arbeitete in der Textilbranche als Unternehmensberaterin. Die Beiden eröffneten mir neue Perspektiven.

"Ich war jung, mutig und selbstbewusst und von dem Wunsch erfüllt mich selbstständig zu machen."

1987 kaufte ich ein inhabergeführtes Büro in Stuttgart, das zum Verbund der zweitgrößten Wirtschaftsauskunfteien in Deutschland gehörte.

Ich holte nach kurzer Zeit meine Frau dazu und gemeinsam schaffen wir es innerhalb von fünf Jahren den Umsatz zu versechsfachen, verfügten über modernste Technik und motivierte Mitarbeiter. Unser Credo war ein freundliches Miteinander und gemeinsames Lernen mit wenig autoritärem Gehabe. In dieser Zeit hatten wir auch erfolgreich das Treuhänderische Forderungsinkasso integriert.

Meine Vorstellung von unserer Zukunft änderte sich im Jahr 1992 grundlegend: ein Großkonzern sollte in unseren Unternehmensverbund einsteigen und mit einundfünfzig Prozent Anteil wäre ein Großteil der Selbstständigkeit verloren gegangen. Das war der Anlass für uns das Unternehmen zu verkaufen.

Nach erfolgreichem Verkauf und einer nachfolgenden längeren Auszeit in der ich mit meiner Frau einige Länder dieser Erde bereiste, begann ein neuer Lebensabschnitt in der Heimatstadt meiner Frau: München.

Durch Zufall ergab sich die Möglichkeit für mich, beim Verein Creditreform in München als freier Mitarbeiter im Vertrieb anzufangen.

Kurz darauf wurde ich für die Kundenbetreuung festangestellt. Ein halbes Jahr später, war ich dann zunächst für die Großkundenbetreuung zuständig und weitere zwei Jahre später als Verkaufsleiter tätig.

Nach siebzehn Jahren Creditreform erwachte die Abenteuerlust erneut in mir und das Angebot bei Greif Inkasso mitzuwirken konnte ich nicht ausschlagen.

Ihr Ralf Peter Mosler